Posts Tagged 'lebensmittelskandal'

Verstand an! Geschmack an!

Dass Industrie schmecken soll, wissen wir durch die Werbung. (Bild:Serial Cut)

Dioxin, Gammelfleisch und antibiotikaverseuchte Hühner- die Lebensmittelskandale häufen sich und schockieren immer wieder aufs Neue. Das wirkliche Horror- Szenario jedoch begegnet uns jeden Tag auf dem Teller, und wir finden es auch noch lecker!

Dass Burger und Plastikfleisch gut schmecken, wird uns vor allem von der Werbung klargemacht. Die Industrie versorgt uns mit Billignahrung und wir knipsen den Verstand aus: Wenn Fleisch billiger als Tierfutter ist, dann müssten eigentlich die Alarmglocken schrillen. Aber die verstummen oft. Wieso? Weil wir uns damit zufrieden geben. Hier ein paar Zahlen: Nur 10% aller Konsumausgaben geben die Deutschen für Essen aus. Zum Vergleich: In Spanien und Italien sind es 15%. Und die USA drücken ihre Ausgaben für Lebensmittel auf aberwitzige 6.9%.

Nur eine Frage des Preises?

Für die Hälfte der Deutschen ist nach einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung der Preis das einzige Kriterium für einen Lebensmitteleinkauf. Obwohl diese in Deutschland bereits 15 bis 20% billiger sind, als in anderen europäischen Ländern.

Natürlich kostet gutes Essen auch mehr, als minderwertige Industrieware. Fleisch für 1,99 € pro Packung, kann weder lecker noch gesund sein. Es darf eigentlich gar keine Frage sein, aber ich stelle sie hier trotzdem: Will ich für gutes Essen mehr Geld ausgeben oder am Ende mit meiner Gesundheit bezahlen?

Eine Frage des Geschmacks!

Das Problem einfach auf die Industrie abzuwälzen, ist nicht die Lösung. Als mündige Menschen gehen wir durchs Leben, wieso dies beim Einkauf aufgeben? Die Lösung ist denkbar einfach: Gutes Essen schmeckt! Essen soll uns mit Energie, Wohlbefinden und Genuss versorgen. Essen macht glücklich- wenn man die richtige Wahl trifft. Zu wissen, wo Lebensmittel herkommen und mit ihnen zu kochen, ist die Voraussetzung, um eine Beziehung zu ehrlichem Essen aufzubauen. Deshalb legen wir Wert auf Produkte von ehrlichen Menschen aus ehrlichen Manufakturen. Für eine gute Ernährung braucht man vor allem Verstand. Um der Geschmackslosigkeit ein Ende zu bereiten!

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Das Schwein im Kalbspelz

Kalbswiener aus Schwein, so eine Sauerei!

Schon mal in Kalbswiener gebissen und eine Sauerei (Schweinefleisch) im Magen gehabt? Keine Seltenheit:

Photo von lebensmittelklarheit.de

Wie wir hinters Licht geführt werden beim Lebensmittelkauf

Man kann heutzutage nicht mehr aus der Produktbezeichnung ablesen was in den Lebensmitteln genau drin steckt. Viele Verbraucher wollen heutzutage auch regional einkaufen, werden jedoch von der Verpackung des öfteren Irregeführt. Man sieht nämlich auf der Verpackung nur, wo das Produkt zuletzt verpackt wurde, nicht unbedingt woher die Inhaltsstoffe genau kommen. Das ist legal, jedoch irreführend für den Verbraucher. Anbei ein paar Beispiele:

  • „Kalbswiener“: Ab 15% Kalbsfleischanteil dürfen Wiener Kalbswiener genannt werden, auch wenn über 50% Schweinefleisch verwendet wurden!
  • „Sylter Matjestopf“: Muss kein Sylter Matjes drin sein, der Fisch kann praktisch überall herkommen und auch überall zum Matjestopf verarbeitet werden, solange die Rezeptur aus Sylt stammt.
  • „Büsumer Nordseekrabben“: Kommen zwar aus der Nordsee, werden aber in Marokko gepult da die billigen Arbeitskosten den 6.000 KM Transport rechtfertigen!
  • „Schwarzwälder Schinken“: Trägt das EU-Siegel „geschützte geographische Angabe“ – Muss aber nur im Schwarzwald gewürzt und geräuchert werden, das Fleisch kann wieder aus aller Herren Länder kommen, wo es eben für manche Hersteller die auf den Preis achten am billigsten zu ersteigern ist!
  • „Nürnberger Rostbratwürste“: Müssen ebenso nur in Nürnberg hergestellt werden, das Fleisch kann aus anderen Ländern oder Regionen kommen!

Siehe den sehr informativen Video-Beitrag von Franziska Roth bei Plusminus aus dem ich Teile der obigen Beispiele entnommen habe.

Warum es dazu kam, dass wir nicht mehr wissen was wir essen

1.) Kunden schauen nur auf den Preis.

Dadurch werden die Industriebetriebe gezwungen die Kosten immer und immer wieder zu senken und das geht nur durch Einkauf der billigsten Rohstoffe und Verarbeitung in Billiglohnländern.

2.) Kunden können sich nicht ausreichend Informieren

Die Unternehmen verstecken hinter Kürzeln und hinter zum Teil irreführenden Marketingslogans was wirklich in den Lebensmitteln drin steckt. Wenn man das so genau wüßte, würde man diese Produkte ggf. gar nicht einkaufen.

Wie wir uns wehren können

1. Aufdecken der schwarzen Schafe

Hierfür hat das Verbraucherschutzministerium etwas tatsächlich innovatives und verbraucherschutzfreundliches geschaffen:

Logo von lebensmittelklarheit.de

Das Portal: www.lebensmittelklarheit.de

Hier können Kunden irreführende Produktwerbung oder -kennzeichnung „an den Pranger stellen“. Eine Kommission prüft die Einsendungen, setzt sich mit den jeweiligen Unternehmen in Kontakt und veröffentlicht bei Bestätigung des Verdachtes dieses Produkt.

Es gibt erste Erfolge! Nestles „„Chicken-Nuggets“, […]  laut Verpackung zu 100 Prozent aus Hähnchenbrust [hergestellt],  aber tatsächlich nur aus Formfleisch und Zusatzstoffen zusammengeklebt […], wird es so nicht mehr geben.“ (Bild.de)

Wir finden es super, dass dem Verbraucher endlich eine Stimme gegeben wird um gegen diese immer unverfrorener agierenden Industrieriesen vorzugehen und diese wieder zur Ehrlichkeit zu erziehen.

2. Direkt von ehrlichen Manufakturen und Bauern kaufen

Die einfachste und ehrlichste Art und Weise Lebensmittel zu kaufen ist und bleibt aber immer noch – diese direkt vom Hersteller zu beziehen der alle Inhaltsstoffe regional besorgt und auf Nachhaltigkeit und faires Handeln achtet!

Also, beim nächsten Einkauf vielleicht mal am Marktplatz im Dorf oder in der Stadt vorbeischauen oder direkt bei foodieSquare bestellen 😉

Eine köstliche Zeit wünscht Euch Euer,

Sammy von foodieSquare

PS; Fragen, Kommentare und Anregungen sind herzlich willkommen!

PPS: Anbei ein kurzer Video-Beitrag zu dem Verbraucherschutzportal lebensmittelklarheit.de im Fokus.

Der deutsche Lebensmittelskandal und was Konsumenten daraus lernen sollten

Deutsche Lebensmittleskandal (Bild: dokufilme.blogspot.de)

Deutsche Lebensmittleskandal (Bild: dokufilme.blogspot.de)

Please click here for the english version. In Deutschland wurde ein Lebensmittelskandal mit Dioxin-Verseuchten Lebensmitteln (bis jetzt sind Eier, Geflügel und Schweinefleisch betroffen) Ende 2010 aufgedeckt und die Öffentlichkeit 2011 informiert. Laut der Europäischen Union begann der Vorfall als Fett – von einer Biodieselfirma – welches eigentlich für Industrieprozesse verwendet wird  mit pflanzlichen Futterfetten gemischt wurde um Tierfutter herzustellen. Das kontaminierte Futter wurde an verschiedene landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland ausgeliefert und durch Schweine und Hühner konsumiert deren Fleisch und Eier nun höhere Dioxinwerte aufweisen als das EU-Recht vorsieht. Die meisten betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe sind Schweinefarmen in Niedersachsen. Einige der Eier wurden an weiterverarbeitende Betriebe in den Niederlanden geliefert und 14 Tonnen pasteurisierte Eier wurden nach Großbritannien geschickt, wo diese die in die Nahrungskette eingebracht wurden. EU-Verantwortliche sagen dass sie über den Vorfall am 27 Dezember 2010 zum ersten Mal von Deutschland informiert wurden. Aber die erste Nachricht bezog sich nur auf eine Lieferung – 26 Tonnen – von kontaminierten Futtermitteln. Am 3 Januar 2011 realisierten deutsche Beamte dass die Kontaminierung weitaus größer war – insgesamt neun Lieferungen, geliefert an 25 Futterhersteller. Das Ministerium von Schlesweig-Holstein sagt jedoch, der Dioxinalarm begann schon im März 2010. Dem verantwortlichen Betrieb wird unterstellt die Behörden nicht informiert zu haben. Testresultate die später durch das Ministerium veröffentlicht wurden zeigen, dass das Fett im Futtermittel den Grenzwert um das 77-Fache übersteigt.

Es ist zu einfach die Industrie allein verantwortlich zu machen – Konsumenten tragen eine Teilverantwortung

Industrial Chicken Farm (Massentierhaltung, Bild:Greenpeace.de)

Industrial Chicken Farm (Massentierhaltung, Bild:Greenpeace.de)

Umweltschützer machen die industrialisierte Lebensmittelproduktion für den Dioxinskandal verantwortlich. Eine Teilschuld trägt sicherlich die Industrie und vor allem die Betriebe die Gesetze brechen und deswegen zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Zum Teil ist jedoch auch der sehr preissensitive Lebensmittelkäufer verantwortlich. Diese Konsumenten die nur auf den Preis schauen setzen die Industrie indirekt unter Druck die Preise weiter zu senken. Ein Resultat ist, dass obwohl der Lebensmittelabsatz in 2009 konstant blieb, die Lebensmittelumsätze um 4% gefallen sind.

Unterstützt kleine lokale Produzenten anstatt ausschließlich die Supermarktketten

Nichts ist umsonst, dies sollte der Konsument im Hinterkopf behalten wenn er einkaufen geht. Natürlich ist es für manche Menschen nicht möglich andauernd biologische Produkte einzukaufen und man könnte argumentieren dass biologisch nicht immer besser ist. Eines ist jedoch sicher, ab und zu bei lokalen kleinen Produzenten einzukaufen die ihre Wertschöpfungskette in der eigenen Hand haben (Produzenten die zum Beispiel den Mais ohne künstliche Dünger selbst anbauen den sie zum Futtern ihrer Hühner verwenden) wird helfen die Produktvielfalt zu erhalten oder gar zu stärken. Wenn der nächste Lebensmittelskandal kommt hat man wenigstens einen lokalen Produzenten von dem man einkaufen kann… foodieSquare unterstützt die europaweite Lebensmittelvielfalt und -kultur Indem wir kleinen traditionellen Lebensmittelproduzenten ermöglichen auf unserem Marktplatz online ihre Produkte zu verkaufen, verfolgen wir dasselbe Ziel wie die Slow Food Bewegung, nämlich die unzähligen traditionellen Getreidesorten, Gemüsesorten, Tierrassen und Lebensmittel zu schützen. Diese würden ansonsten durch industrialisierte Lebensmittelproduktion und Fast Food verdrängt werden. Sammy


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Wir finden bodenständige, unabhängig produzierte Lebensmittel aus kleinen Manufakturen viel spannender – handgemacht, ehrlich, geschmacksintensiv! Echte Raritäten eben.

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