All´alba ad Alba – Wenn die Sonne aufgeht über Alba

Johann und Paola: Auf zur Trüffeljagd!

Johann und Paola: Auf zur Trüffeljagd!

Johann im Auftrag des guten Geschmacks: An dieser Stelle berichtet TastyBox-Foodscout Johann immer dienstags über Food-Trends, Tastings, Manufakturen-Suche oder vom täglichen Genuss-Wahnsinn im TastyBox Team. Heute erzählt er von seiner Trüffelsuche in Alba. Wie erfolgreich er war? Lest selbst!

Der ersten Pflichttermine für den Studenten der Gastronomischen Wissenschaften in Bra bei Alba sind:

1. Verköstigung aller und wirklich aller Weine und Schnäpse aus der umliegenden Region
2. Kontaktherstellung zu den weiblichen Eingeborenen
3. Trüffel suchen und Trüffel finden

Zu 1. fehlt mir jede Erinnerung und zu 2. schweigt der Gentleman. Was bleibt? Trüffelsuchen!

Wer muffelige Pilze aus der Erde graben will muss früh aufstehen, um sich einen Vorsprung gegenüber den Japanern, Russen oder sonstigen Wahnsinnigen zu sichern, die wirklich alles dafür geben einen „echten“ Trüffel zu finden.

4.30 Uhr – Aufstehen bei Sonnenaufgang

Der wird oft verpasst, weil im Piemont im November von Sonne gar keine Rede sein kann. Man nehme den lokalen Zug von Bra nach Alba, Fahrzeit ca. 42 Minuten (bei 38 Minuten Verspätung). In Alba treffe ich Pierluigi. Pierluigi ist 65, war früher Schweinebauer und ist jetzt – der Gastronomieglobalisierung sei Dank – mein „Personal-Trüffel-Guide“.

Mit im Team: die unverzichtbare und un-end-lich wertvolle Trüffelhündin „Paola“

Paola ist so extrem wertvoll, weil sie sich überwiegend von Trüffeln ernährt. Solche Hunde gelten freilich in weiten Teilen Südostasiens als Delikatesse und erzielen Schwarzmarktpreise bis zu 300 Fantastillionen.

Paola – so süß! Und weil wir schon über Geld sprechen: Der Tuber magnatum Pico = der weiße Albatrüffel bringt vor Ort so um die 10 Euro pro Gramm und in New York, Tokio oder Dubai oft das Zehnfache, in Moskau noch viel mehr… Da sind Gewinnmargen drin, die nur noch von illegalem Zeug aus Kolumbien übertroffen werden. Und: das Klientel ist oft identisch, behaupten böse Zungen.

Auch schön: den gebrauchten Trüffelhobel zur 500-Euro-Pasta darf man anschließend behalten. Na dann.

Ach so – die Trüffelsuche:

Nach 15 Jahren extrem harten Training hat der Trüffelhund „Paola“ gelernt, dass der Personal-Trüffel-Guide „Pierluigi“ jeden Abend und immer an der gleichen Stelle neben dem kleinen Haselnussbaum einen kleinen Trüffel verbuddelt. Und tatsächlich: Paola findet ihn. Großartig!

Den Trüffel behält dann die Personal-Trüffel-Guide-Familie. Eben aus Tradition und weil der Pilz für die nächste Suche mit einer Gruppe aus Osaka dringend gebraucht wird… Den Tag mit einem Erfolg bei der Trüffelsuche abzuschließen ist eben schöner. Immerhin denkt Pierluigi für seine Kunden mit. Zur Belohnung für das frühe Aufstehen und stundenlange Gewaltmärsche durch die nebelige Pampa gibt es dann einen Teller Nudeln mit irgendwas, was ein Trüffelhobel halt so hobeln kann, muffig riecht und nach nix schmeckt.

Aber bestimmt habe ich das nächste Mal mehr Glück – wenn die Sonne aufgeht über Alba.

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