Ein Abend in Südtirol. Oder: Wie Johann das Törggelen für sich entdeckt.

Törggelen in Südtirol: Mit Speck, Käse und Schüttelbrot.

Törggelen in Südtirol: Mit Speck, Käse und Schüttelbrot.

Johann im Auftrag des guten Geschmacks: An dieser Stelle berichtet TastyBox-Foodscout Johann immer dienstags über Food-Trends, Tastings, Manufakturen-Suche oder vom täglichen Genuss-Wahnsinn im TastyBox Team. Heute erzählt er vom Törggelen-Brauch in Südtirol und warum man sich dabei nicht nur in Wein, Speck und Käse verliebt. Achhh, Johann!

Gerne erinnere ich mich an meine Studienzeit in Bozen zurück.

Noch heute höre ich die metallene Stimme die aus den verrosteten Lautsprechern am Bozner Bahnhof, als ich zum ersten Mal den Boden der Wäregerne-Alpenhauptstadt betrat: Willkommen in Bozen, Benvenuti a Bolzano“.  Später habe ich gelernt, dass es nicht der Lautsprecher ist, sondern der Bozener Akzent, der aus jedem „K“ ein „Chhh“ macht.

Eine andere dieser unvergesslichen Erinnerungen war und ist das Törggelen.

Da ging es jedes Jahr ab Mitte Oktober auf die Berge, Weib in einer, Wanderstock in der anderen Hand wanderte man meist auf den Ritten, eine Anhöhe bei Bozen.

Für diejenigen die nicht mit Törggelen vertraut sind:

Törggelen bezeichnet den Südtiroler Brauch, im Herbst nach der Weinlese in geselliger Runde eine Mahlzeit einzunehmen. Dieses Festmahl wurde ursprünglich vom Winzer für seine Mitarbeiter und Lesehelfer ausgerichtet und wandelte sich mit den Jahren in einen Volkstümlichen Brauch um.

Auf der Hütten angekommen, wird man zunächst vom Gastgeber mit einem Stamperl Nusslikör in Beschlag genommen. Im Anschluss entwickelte sich der Abend zu einem feucht-fröhlichem miteinander mit viel Gelächter und Geschmuse.

Gegessen wird dazu gerne ein guter Speck(cchh), Maronen, Nüsse, ein Almkäse und im Anschluss eine „Schlachtplatte“ mit einer Trilogie vom gesurrten Fleisch, als Beilage Fleisch oder noch mehr Speck(chhh). Dazu Käse-, Speck(chhh)- und Spinatno(chhh)en, eine Südtiroler Variante des Knödels, nur kleiner und mit viel flüssiger Butter übergossen. Einige Karaffen Most und Jungwein weiter kommen dann die heiß ersehnten Krapfen. Nach dem letzten Stamperl Williams macht man sich auf den Heimweg. Zu Fuß oder auf Händen und Füßen.

Und: irgendwas bleibt immer liegen auf der Hütten. Der Wanderstock, das Mädl oder man selbst – aber nie die gute Laune. Echt Cchhool.

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