Pferdefleisch und Fohlenbrust: Nicht alltäglich, aber absolut ehrlich

Ein Aufschrei ging Anfang des Jahres durch alle Medien, als Pferdefleisch gefunden wurde, wo es nicht hingehörte. Aber wäre es denn so schlimm gewesen, Pferdefleisch zu konsumieren?

Auf jeden Fall, wenn dem Verbraucher falsche Tatsachen vorgespiegelt werden und Rind drauf steht, wo Pferd drin ist. Aber die falsche Etikettierung und die dubios-verschlungenen Wege, auf denen Pferdefleisch durch halb Europa gekarrt wird, sind der Skandal. Nicht der Verzehr von Pferdefleisch an sich.

In Ländern wie Frankreich, Italien und der Schweiz ist Pferdefleisch längst nicht so ungewöhnlich wie bei uns. Aber auch in Deutschland gibt es Pferdemetzgereien, die sich auf die Schlachtung des besonders fettarmen Fleisches spezialisiert haben. Rheinischer Sauerbraten ist ein deutsches Gericht mit Tradition, bei dem das Original nicht etwa aus Rind- sondern aus Pferdefleisch besteht. Für die Delikatessen der Pferdemetzgerei Wöhrle auf dem Münchner Viktualienmarkt reisen Kunden von weit her an. In Niederbayern sind Rossmetzger mancherorts sogar auf Jahrmärkten zu finden.

Rossmetzger zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie zum Großteil noch selbst schlachten, statt Fleisch aus industrieller Großproduktion anzukaufen. So besteht volle Kontrolle über die Herkunft des Tieres. Zudem werden Pferde in Deutschland generell nicht speziell zum Schlachten gezüchtet und gemästet, ihr Fleisch ist also frei von Hormonen und anderen Zusätzen. Es handelt sich meist um sekundäre Fleischnutzung, das heißt, vor der Schlachtung diente das Pferd der Zucht oder wurde im Sport- und Freizeitbereich eingesetzt.

Spätestens jetzt wird bei vielen Lesern jedoch das rationale Denken in den Hintergrund rücken und das Herz spricht: Wie kann man bloß ein Tier essen, das man vorher gestreichelt und geritten hat? Ein emotional berechtigter Einwurf. Aber hier kommt die Gegenfrage: Ist es in Ordnung, eine Kuh oder ein Schwein zu essen, bloß weil ich diese nicht reiten kann? Wer nicht Vegetarier oder Veganer ist, dürfte Pferdefleisch also nicht per se ablehnen.

Aber wie sieht es mit Fohlenfleisch aus? Wo Pferde gezüchtet werden, eben genau für Sport und Freizeit, bleibt es nicht aus, dass Fohlen geboren werden, die nicht für die Weiterzucht geeignet sind. Sie dennoch aufzuziehen ist teuer und erfordert viel Aufwand. Und sie am Ende einschläfern zu lassen, ist weder romantischer noch unbedingt angenehmer für Tier und Halter. Aber kleine süße Fohlen essen, weil sie in der Gastronomie als Delikatesse gelten – irgendwie abartig? Nunja, Spanferkel und Kalbsschnitzel waren vor der Schlachtung auch Jungtiere. Nur denkt man da wohl nicht so genau darüber nach oder argumentiert mit Allgemeinplätzen wie das sei eben “normal” und “so üblich”.

Der springende Punkt ist wohl gar nicht die Rasse oder das Alter des Tieres, sondern die Tatsache, dass sich der Stellenwert von Fleisch an sich enorm gewandelt hat. Früher gab es Sonntagsbraten, heute steht Fleisch in allen Formen in vielen Haushalten jeden Tag auf dem Tisch, manchmal sogar morgens, mittags, abends. Ist ja auch einfach: es kommt in konsumgerechten Stücken sauber verpackt aus dem Kühlregeal. Convenience-Produkte nehmen einem sogar die Zubereitung ab, und wer auf Schnäppchen aus ist, wird sicher fündig. Kaum jemand denkt noch darüber nach, was die roten Steaks, die saftige Lasagne, die knackige Bratwurst eigentlich zuvor mal waren, wie sie entstanden, was wirklich drin steckt.

Wir bei foodieSquare wollen das ändern. Wir wollen euch erzählen, woher die Produkte kommen, die wir verkaufen, wie sie hergestellt wurden und was dahinter steckt – welches Tier und welcher Produzent. Wir wollen Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln schaffen, aus Respekt vor der Natur. Deshalb suchen wir für Euch Manufakteure, die mit Leidenschaft hinter dem stehen, was sie tun. Auch wenn es heißt, sich emotionalen Vorbehalten zu stellen, wie im Fall von Fohlenfleisch.

Warum die ganze Diskussion? Wir stellen Euch ein hochwertiges, leckeres und absolut einzigartiges Gericht mit Fohlenfleisch vor – ab heute Abend in unserer neuen TastyBox zum Kochen.

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1 Response to “Pferdefleisch und Fohlenbrust: Nicht alltäglich, aber absolut ehrlich”



  1. 1 Pferdefleisch und Fohlenbrust: Nicht alltäglich, aber absolut ehrlich Trackback zu Juni 5, 2013 um 9:03 am

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